Mein-Haidhausen

Geschichte Haidhausen

Haidhausen wurde das erste Mal im Jahre 808 als „Haidhusir“, Häuser auf der Weide, erwähnt. Es war eine Ansiedlung von kleinen Herbergen, ein Durchzugsort für Tagelöhner.

Bordeauxplatz, M√ľnchenHier waren auch ungewöhnlich viele Brauereien. Das rechte Isarhochufer hatte gute Standorte für Tiefbrunnen und Lagerkeller. Über die Isar, durch Haidhausen bis nach Wien führte die große Salzstraße.

Die Haidhauser brannten aus Lehm Ziegel und stützten damit die Stadtmauer. Der Stadtteil wurde im Krieg zerstört und nach und nach wieder aufgebaut. Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse wurde Haidhausen auch das „Glasscherbenviertel“ genannt, mit ein paar Handwerkbetrieben und maroden Fassaden.

Der marode Zustand wurde bis 1976 erhalten. Danach wurde die Erneuerung und Renovierung des Viertels beschlossen. Die Fassaden wurden erneuert, Industrieareale abgerissen und durch Wohnraum ersetzt, neue Geschäfte entstanden und junge Familien zogen hier ein. Das arme Viertel ist passé, mittlerweile ist Haidhausen eine noble Adresse zum Leben. Es gab im Laufe der Zeit einen Imagewandel und damit wurde Haidhausen ein Szeneviertel.

1871 wurde der Haidhauser Bahnhof eröffnet. Der Orleansplatz ist die Basis für das Ostbahnhofsviertel. Es ist auch als „Franzosenviertel“ bekannt. Das historische Stadtbild von Haidhausen bliebt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem großen Teil intakt. So ist das Franzosenviertel von städtebaulicher Bedeutung.

Zwischen 1870 und 1900 wurde in engen Wohnräumen Areal gebaut, um mehr Raum für die arme Bevölkerung zu schaffen. Einige dieser Häuser stehen heute noch und werden oft von Touristen besichtigt.

Die meisten Arbeitsplätze des Bezirks liegen im Dienstleistungssektor und im öffentlichen Bereich.

Haidhausen beherbergt zudem den Bayerischen Landtag im Maximilianeum, das Klinikum rechts der Isar und den Wiener Markt.

Den Übergang zur Innenstadt bildet der Gasteig, das in den 80er-Jahren das Kulturzentrum wurde und seitdem die Zentralen der Stadtbibliothek, der Münchner Volkshochschule, das Konservatorium und die Philharmonie unter einem Dach vereint.

Das andere Kulturareal, das Muffatwerk, war früher das Jugendstilgebäude und Elektrizitätswerk. Gasteig und Muffatwerk sind für das Münchner Kultur- und Musikleben zuständig. Auch der imposante Jugendstil-Bau, das Maximilianswerk ist hier interessant. Das Maxwerk, auch Wasserkraft-Elektrizitätswerk genannt, ist nach dem Muffatwerk das älteste Elektrizitätswerk auf Münchner Boden und heute noch in Betrieb.

Der Au ist bekannt für seinen dreimal jährlich stattfindenden volkstümlichen Jahrmarkt, der Auer Dult auf dem Mariahilfplatz und dem Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Hier gibt es traditionelle Alltagskultur.

In der Nähe des Auer Mühlbach befindet sich die Frauen- und Jugendarrestanstalt Neudeck. In diesem neobarocken Bau aus dem 20. Jahrhundert finden sich 124 Gefangene ein. Auch das Sudetendeutsche befindet sich im Stadtteil Au.

Was die Sozialstruktur der beiden Bezirksteile angeht, so verjüngt sie sich in den letzten Jahren. Hier leben ein Viertel Ausländer und ein Großteil Ostasiaten.